Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg

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10 JAHRE LANDESWETTBEWERB

"... weil es Sie vielleicht interessiert, wie es den Preisträgern dieses Wettbewerbs weiter ergeht..."

Aus Briefen der Preisträger an das Kuratorium 1991 - 2000


Freiburg, den 22.7.1996

... Heute vor zwei Wochen saß ich gerade bei Frau Bauer im Auto, bei strömendem Regen, las die Karte und wusste eigentlich gar nicht, was mich in Klingenthal. Das ich da auf der Karte sah, erwarten würde ... Vorfreude, Neugierde, ein bisschen das Gefühl: „Wie wird das wohl sein, was werden das für Leute sein da beim Seminar?“ Jetzt, zwei Wochen später, weiß ich, wie es war, weiß auch, was das für Leute waren beim Seminar.

Neugierde befriedigt, Vorfreude war nicht umsonst. ... Ich möchte Ihnen sagen, wie sehr ich die Tage in Klingenthal genossen habe, was ich mich gefreut habe, so interessante Menschen kennen zu lernen, so interessante Gespräche und Diskussionen führen zu können. Und ich wollte Ihnen ganz herzlich für diese schöne Zeit danken, für die ganze Arbeit, die Organisiererei, die dahinter steckt.

„Die Tage waren so schön...“ – das hat mir Verena Boos letzte Woche auf einer Karte geschrieben. Sie hat Recht!

Anne Christine Kraume, Preisträgerin 1996

 


Boston, den 1.10.1995

 

Fast genau drei Jahre sind seit dem Kolloquium des Landeswettbewerbs im Herbst 1992 vergangen. Nach dieser Zeit soll dieser Brief sozusagen ein kurzes Lebenszeichen von meiner Seite sein. Zum einen, weil es Sie ja vielleicht interessiert, wie es den Preisträgern dieses Wettbewerbs so weiter ergeht, zum anderen aber auch als ein kleines Zeichen der Dankbarkeit aus besonderem Anlass.

Wie Sie dem Briefumschlag ansehen konnten, erreicht Sie diese Post aus den Vereinigten Staaten, wo ich mich zur Zeit für ein Jahr an der Boston University aufhalte und dort am College of Communication mein (Stuttgarter Medientechnik-) Studium ergänze. ...

Im Herbst 1993 begann ich mein Studium an der Fachhochschule Stuttgart, Hochschule für Druck und Medien in der Fachrichtung Medientechnik, Vier Semester liegen nun hinter mir, noch weitere vier sieht die Studienordnung vor. Schon vor Beginn meines Studiums interessierte ich mich sehr für Aspekte des Lehrens und Lernens und vor allem für die Frage, wie man in diesem Bereich Medien unterstützend einbeziehen kann. Die breiten Erfahrungen, die in den USA gerade mit dem Einsatz neuer digitaler Medien vorliegen, als auch die führende Position der USA im Bereich der Medien insgesamt waren ein Grund für mich, ein Studienjahr im Ausland anzustreben.

Nun ist aber das Studieren in den USA durch die hohen Studiengebühren alles andere als ein preiswertes Vorhaben; die Boston University verlangt zum Beispiel US$ 20.000 pro akademisches Jahr, exklusive Wohnung, Verpflegung usw. Erst durch ein Nachwuchsstipendium der Fernseh- und Kinotechnischen Gesellschaft e.V. (ein Verband von Führungspersonen in der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche) und finanzieller Unterstützung durch die Studienstiftung des deutschen Volkes konnte ich meinen Traum vom Auslandsjahr verwirklichen. Über diesen Zusammenhang ist auch der Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur (gibt es dafür eigentlich eine handliche Abkürzung?) an meinem USA-Projekt beteiligt und ich möchte mich hiermit noch einmal recht herzlich für das in mich gesetzte Vertrauen seitens des Kuratoriums bedanken. ...

Simon Wiest, Preisträger 1991

 


 

Freiburg, den 27.5.95

 

...Was sonst noch geschieht: Nach meiner Germanistik-Zwischenprüfung im Februar bereite ich mich jetzt auf die Prüfung in Philo­sophie vor. Unter anderem besuche ich auch ein Seminar bei Herrn Uehlein, das mir sehr gut gefällt. Ab Oktober werde ich dann (definitiv) für ein Jahr in Oxford studieren – was, das muss ich in den nächsten Monaten noch individuell aushandeln. Danach kehre ich nicht mehr nach Freiburg zurück. Vielleicht wartet das Abenteuer ja in einer anderen, größeren Stadt...

Davor werde ich es mir aber nicht nehmen lassen, Sie noch einmal aufzusuchen: Bereiten Sie sich auf einen spontanen, unangemelde­ten Besuch zur 5-Uhr-Tee-Zeit vor, im Juli/August. Bis dahin – alles Gute und viele Grüße

Jacob Klingner, Preisträger 1992

 


 

... Wieder einmal sind die tollen Erinnerungen, die ich mit dem Wettbewerb verbinde, um eine weitere bereichert worden. Ich habe die herzliche Atmosphäre beim Kolloquium genossen und finde es bemerkenswert, dass Sie und die anderen Prüfer aus dem Kuratorium nicht nur als solche auftreten, son­dern auch als die - mir von den Preisträgerse­minaren bekannten – Gesprächspartner. Es hat mir – und dies schreibe ich unabhängig vom Ergebnis, das mir noch nicht bekannt ist – großen Spaß gemacht! ...

 

Lene Heller, Preisträgerin 1991 und 1992

 


Bonn, November 1994

 

... Ich will mich allerdings nicht nur für das Stipendium bedanken, das Sie mir vorweihnachtlich beschert haben, sondern auch und gerade für das Seminar in Klingenthal. Falls es in den letzten anderthalb Jahren eine Wende in meinem Leben gegeben hat, dann ist sie auf diese vier Tage im Elsass zurückzuführen. ... Durch die Beschäftigung mit Literatur habe ich einen Weg gefunden, mich besser mit der Welt zu arrangieren. Auch wenn der Abschlusserfolg, das Stipendium natürlich das Tüpfelchen auf dem „I“ war, so wurde ich doch eigentlich schon in Klingenthal durch das von Ihnen und den anderen Kuratoriumsmitgliedern organisierte Seminar darin bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein; nochmals Danke!

 

Markus Schöbel, Preisträger 1993

 


Oktober 1995

 

... Ich habe mich hier in Freiburg nun schon gut eingelebt, das Zimmer ist auch schon eingerichtet, so dass ich mit dem Studium beginnen kann... Ich bin für den Magisterstudiengang mit Hauptfach Germanistik sowie den Nebenfächern Judaistik nebst Romanistik immatrikuliert. Der Französisch-Einstufungstest für uns Erstsemester war einfach, so dass ich in den Übersetzungskurs „Mittelstufe“ darf und die Grundstufe ausspare. Nächsten Donnerstag erwartet mich dann die erste Hebräischstunde- ich bin schon mächtig gespannt darauf! – Nun möchte ich Ihnen aber unbedingt noch danken für Ihr großartiges Engagement bei der Durchführung des Literaturwettbewerbs – dank Ihrer Preisträgerseminare kenne ich schon einige Kommilitonen – und bei der Germanistikvorlesung traf ich Jürgen, der 1993 auf dem Seminar in Klingenthal dabei war!

Almut Storz. Preisträgerin 1993 und 1995

 


Ilvesheim, den 21.7.1996

 

... Es ist wohl für jeden Abiturienten ein schockierendes Erlebnis, feststellen zu müssen, dass die gerade eben noch unter den erwartungsfrohen Blicken der Lehrer - mehr oder minder mühevoll - unter Beweis gestellte Leistungsfähigkeit von heute auf morgen niemanden mehr zu interessieren scheint.

Uns, den dem Abi-Jahrgang '96 angehörenden Seminarteilnehmern, blieb dieses Schicksal erspart – und nicht nur das: Wir lernten dank der humorvollen Hochachtung, mit der Sie und Ihre Kollegen uns begegneten, für eine nicht auf äußere Zwänge, sondern auf einen inneren Antrieb hin erbrachte Leistung geschätzt und anerkannt zu werden. ...

Insbesondere die konstruktive, freundschaftliche und von gegenseitigem Respekt geprägte Atmosphäre, die dort herrschte, wird wohl nicht nur mir immer unvergessen bleiben.

Für mich waren diese vier Tage im Elsass eine der schönsten Erfahrungen meines noch geradezu blutjungen Erwachsenendaseins.

Stefanie Nellen, Preisträgerin 1996


Karlsdorf, den 6.1.1997

 

... Da ich nach dem Abitur nicht sofort an der Universität weitergemacht, sondern stattdes­sen ein Freiwilliges Soziales Jahr eingeschoben habe, konnte ich bisher nicht so recht einschätzen, was ich da gewonnen hatte.

Das Behindertenzentrum, in dem ich arbeitete, lag außerhalb, und auch das geistige Klima war so ganz unakademisch. Da war die Tatsache, dass ich in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen war, etwas ziemlich Abstraktes, wie ein Kuchen, der vorläufig noch in der Tiefkühltruhe lagern muss.

Man zählt ihn zwar zu seinen Schätzen, obwohl noch nicht weiß, wie er schmeckt.

Mittlerweile duftet er gewissermaßen vor mir auf dem Tisch. (...) Seit Oktober studiere ich Elektrotechnik in Karlsruhe. (...) Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch meinen Mitstudenten gegenüber einen mentalen Startvorteil bekommen habe (ganz abgesehen von dem schlicht materiellen), über den ich froh bin, und den ich Ihnen und den anderen Mitglie­dern der Jury verdanke. (...)

 

Karin Siegloch, Preisträgerin 1996

 


 

Merzhausen, den 8.10.1997

 

... Und habe gleich eine doppelte „Motivation“, Ihnen zu schreiben, weil Sie – indirekt – an zwei sommerlichen Höhepunkten beteiligt waren: an der Sommerakademie der Studienstiftung, an der ich im August teilgenommen habe, und an dem Kurz-Krimi-Wettbewerb, den die Literaturzeitschrift Grauzone veranstaltet hat und in dem ich zusammen mit einem weiteren Ex-Preisträger des Landeswettbewerbs, Christian Staas, den ersten Preis gewonnen habe.. Sommerliche Höhepunkte ... an der Sache mit dem Kurz-Krimis sind Sie insofern beteiligt, als mich der Landeswettbewerb im letzen Jahr – und vor allem seine Folgen, wie der Kontakt mit „Gleichgesinnten“, der immer noch anhält und immer enger wird – sehr bestärkt hat, sowohl im Schreiben als im Lesen und allem, was dazu gehört. So sehr, dass ich vermutlich nur deshalb überhaupt den Versuch unternommen habe, an diesem Kurz-Krimi-Wettbewerb teilzunehmen, und wahrscheinlich auch nur deshalb das Selbstbewusstsein hatte, diesen Versuch, der eigentlich alles andere als ein Krimi ist, auch einzusenden ...

Ein erstes Nachtreffen in kleinem Kreis hat letzte Woche in Freiburg stattgefunden, das zweite ist schon für Dezember in Kiel geplant – die Kontakte mit den Menschen halten also an; auch die Kontakte mit den Inhalten, mit den neuen Themen und Fragen, die sich ergeben, hoffe ich...

So sende ich Ihnen am Ende dieses einzigartigen Sommers zusammen mit der „Krimi“-Geschichte „Frühmesse“ meine herzlichsten Grüße!

 

Anne Christine Kraume, Preisträgerin 1996

 


 

...Wieder in München angekommen ... ist mein Blick auf die gegenüberliegende Wand gefallen, an der ich neben anderen Zitaten zu München auch jenes Zitat „München leuchtet...“ von Thomas Mann aufgemalt gefunden habe, nach dem Sie mich seinerzeit im Kolloquium gefragt hatten. ...

Ich denke, es wird Sie vielleicht freuen zu hören, dass wir Jugendlichen, so wie wir uns in Schöntal und Hohritt kennen gelernt haben, weiter in Kontakt stehen. ...

Wahrscheinlich werden Sie zur Zeit mit dem Lesen der diesjährigen Wettbewerbsarbeiten beschäftigt sein. Ich wünsche Ihnen und den Teilnehmern, dass viele interessante Arbeiten darunter sind. Ich selbst ermutige meine Freunde und Bekannten jetzt, an diesem und ähnlichen Wettbewerben teilzunehmen. ...

Ich werde mich gerne wieder melden, wenn ich Neuigkeiten habe ...

 

Bettina Drosdol, Preisträgerin 1998

 


 

Potsdam, Oktober 1999

 

... Es war eine – Sie gestatten den Ausdruck – verdammt schöne Zeit mit Ihnen. Das Verfassen einer schriftlichen Arbeit dieses Ausmaßes war für mich eine ganz neue und ungemein bestätigende Beschäftigung. Durchwachte Nächte, volle Papiereimer ... haben sich wirklich gelohnt. Ich könnte das sicherlich auch behaupten, wenn ich nicht gewonnen hätte. ... Sie ahnen nicht, was der Wettbewerb für mich bedeutete. Meine echten Freundschaften wurden mit meiner Beteiligung nur noch intensiver. Doch mit dem Preis kam es sogar noch besser: Ich lernte eine Menge netter Menschen kennen. Die Kon­takte mit meinen „Kolleginnen und Kollegen“ sind mir bis heute das Wichtigste. ... Wir planen, Silvester miteinander in Amsterdam zu begehen, und, wie es sich anlässt, wird das wohl eine Freundschaft „fürs Leben“ werden. ... Vielen Dank für die nette Behandlung. Wir haben uns während des Preisträgerseminars und im gesamten Auswahlverfahren zur Auf­nahme in die Studienstiftung sehr wohl mit und bei Ihnen gefühlt. Unsere Nervosität beim Kol­loquium war weniger Angst vor Ihnen als die Angst vor der eigenen Courage. Wir fühlten uns ernst genommen. ....

 

Uta Bielfeldt, Preisträgerin 1998

 


 

Schweden, 1.12.1997

 

Für die abenteuerliche Reise in die Welt der Sprache und Literatur möchte ich mich bei Ihnen stellvertretend für das gesamte Kuratorium herzlich bedanken....

Hej da!

Ulrike Bohnert, Preisträgerin 1997

 


 

Ich freue mich, dass ich auch dieses Jahr trotz des anstehenden Abiturs wieder am Landes­wettbewerb teilnehmen kann. Nachdem ich mich letztes Jahr durch die Kriemhild-Arbeit ausgiebig mit dem Thema „Frauen im MA – Rache in der Literatur“ beschäftigen konnte, freue ich mich dass ich dieses Jahr durch meine Arbeit am „Woyzeck“ einen Einblick in den Themenbereich „Gewalt in der Literatur“ bekomme. Es bereitet immer sehr viel Spaß, umfassendere Themen zu bearbeiten, obwohl mir bei den treffend gestellten Themen die Festlegung auf dieses Thema schwer gefallen ist.

 

Sunhild Theuerkauf, Preisträgerin 1993 und 1994

 


 

Januar 1993

Mit leichter Verspätung sende ich nun meinen Wettbewerbsbeitrag.

Ich hatte fest vorgehabt, in den Tagen zwischen Abitur und Einsendeschluss die Arbeit zu schreiben, doch dann wurde meine Mutter krank. Vielleicht können Sie sich vorstellen, was das bei Landwirtschaft und Acht-Personen-Haushalt mit kleinen Schulkindern und halb pflegebedürftiger Großmutter für die älteste Tochter bedeutet. Kurzum, trotz tatkräftiger Unterstützung der ganzen Familie, z.B. bei der ‚Tippfehlersuche’ und ‚Stallfrei’ schaffte ich es nicht, bis Sonntag fertig zu werden. Ich hoffe, Sie nehmen meine Arbeit dennoch an!

 

Heike Dierolf, preisträgerin

1991, 1992 und 1993

 


 

Salisbury, 15.9,1995

 

Nach Langer Zeit möchte ich wieder einmal ein „Lebenszeichen“ nach Freiburg schicken. Im Augenblick besuche ich einen dreiwöchigen (studienstiftungsgesponserten) Sprachkurs in Southampton. Ansonsten studiere ich – immer noch – in Tübingen (Germanistik, Theologie und Politik) und es macht mir – nachdem ich die germanistischen Proseminare „überlebt“ habe - mehr und mehr Spaß. Die Wettbewerbsthemen, besonders Hartmann von Aue und Walther, verfolgen mich noch immer (bzw. ich verfolge sie) – und auch die Kinderliteratur lässt mich nicht mehr los!

Heike Dierolf, preisträgerin

1991, 1992 und 1993

 


 

... Wir möchten uns auf diesem Wege bei Ihnen recht herzlich für die vier gemeinsamen, unvergesslichen Tage in Schöntal bedanken. ... Ehrlich gesagt, zu Beginn hatten wir Bedenken, ob sich wirklich ein echtes Gefühl von Zusammengehörigkeit zwischen ostdeutschen und westdeutschen Jugendlichen einstellen würde. Jedoch schon während der ersten Gesprächsrunde mit den anderen 21 Schülern aus Baden-Württemberg zerstreuten sich alle Zweifel. ... Die Preisverleihung im Stuttgarter Schloss durch die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, an der wir teilnahmen, wird uns als Höhepunkt in bester Erinnerung bleiben. Unbedingt muss noch erwähnt werden, dass besonders die allabendlichen Gespräche und Diskussionen mit den anderen Jugendlichen zu spontanen Freundschaften führten und den Plan reifen ließen, sich im Oktober wiederzusehen.

 

Die Preisträger des Lessing-Wettbewerbs der Stadt Kamenz, Gäste des Preisträgerseminars 1994 im Kloster Schöntal  

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