12. Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur

 Baden-Württemberg 2002

 

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DIE AUSSCHREIBUNG

Download des ganzen Ausschreibungsprospekts mit Teilnahmebogen zur Anmeldung im WORD-Format -> hier

Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport

Baden-Württemberg veranstaltet im Schuljahr 2001/2002 den

 12. Landeswettbewerb

Deutsche Sprache und Literatur

 

Der Wettbewerb will Schülerinnen und Schüler anregen, sich mit ihrer Muttersprache intensiver zu beschäftigen, z.B. in der Auseinandersetzung mit Werken der Literatur, mit der Geschichte und den Erscheinungsformen der heutigen Sprache oder durch die sprachliche Gestaltung eigener Wahrnehmungen und Beobachtungen.

Zur Teilnahme eingeladen sind Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (Jahrgangsstufe 11-13) an baden-württembergischen Schulen.

Die Aufgabe besteht darin, eine Hausarbeit anzufertigen. Sieben Themen stehen zur Auswahl. Sie können auf unterschiedliche Weise bearbeitet werden, in analytisch-referierender oder in freierer Form, beispielsweise als Essay, als Rede, als Dialog. Themen, die mit dem Icon  gekennzeichnet sind, können auch zu zweit bearbeitet werden.

Die Beiträge werden nach ihrer inhaltlichen und gestalterischen Qualität bewertet, insbesondere nach Ideenreichtum und Genauigkeit der Beobachtung, Differenziertheit der Themenerschließung und der Reflexion, Angemessenheit und Originalität der Darstellungsform sowie nach Sprache und Stil.

Die Arbeit muss selbstständig angefertigt werden. Der Umfang ist begrenzt auf 15 Seiten in Schriftgröße 11 oder 12; für Arbeiten, die gemeinsam angefertigt werden, auf 25 Seiten. Verwendete Literatur ist in einem Literaturverzeichnis anzugeben. Zitate sind kenntlich zu machen und zu belegen. Die Wettbewerbsarbeiten gehen in das Eigentum des Landes Baden-Württemberg über.

Wer mit seinem Beitrag die Grundanforderungen erfüllt, erhält ein Buchgeschenk. Eine individuelle Würdigung der Arbeiten ist bei der großen Zahl der Einsendungen leider nicht möglich.

Das Kuratorium wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus und lädt sie vom 9. bis 12. Juli 2002 zu einem Seminar in landschaftlich und kulturell reizvoller Umgebung ein. Dieses bietet Erfahrungsaustausch und Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Medien, Kunst und Kultur. Die Veranstaltung endet mit einem Empfang und der Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart. Dazu werden auch die Eltern und Geschwister der Preisträgerinnen und Preisträger eingeladen sowie die Lehrkräfte, die sie bei ihrer Arbeit betreut haben.

Allen Preisträgern wird die Möglichkeit geboten, sich an einem Qualifikationsverfahren zur Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes zu beteiligen. Dieses besteht aus zwei Stufen: der Teilnahme an einer Klausur und - bei Erfolg - an einem zweitägigen Kolloquium. Jüngere Preisträgerinnen und Preisträger (11. und 12. Klasse) können ihre Teilnahme um ein bzw. zwei Jahre verschieben.

Für Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich ihren Wettbewerbsbeitrag als besondere Lernleistung innerhalb des Abiturblocks anrechnen zu lassen.

Den Bearbeitern von Thema 2 winkt im Hermann-Hesse-Jahr 2002 ein zusätzlicher Preis durch den Europäischen Wettbewerb.

 

12. Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg 2002

Themen für die schriftliche Hausarbeit 1

1. Passanten

Halten Sie Ihre Beobachtungen in einer Folge von Prosaskizzen fest.

2. Hesse lesen 

Begründen Sie fünf Motivvorschläge für eine Serie von Freecards oder einen Satz Europa-Briefmarken zum Hermann-Hesse-Jahr 2002.  

3. Soweit ich mich erinnere, wurde ich am 9. Januar 1890 als Angestellter der ‚Weltbühne’ zu Berlin geboren

[Tucholsky, 1926]

Wie Dichter ihre Lebensbeschreibung einleiten – Ein Essay

4. Wer reitet so spät durch Nacht und Nebel?

Es ist der Jimmy mit seiner Mabel.

Er hält das Girl fest im Arm

Und reitet heim zu seiner Farm.

Variation und Original - Vergleichen Sie wenigstens drei Parodien zu einem klassischen Gedicht Ihrer Wahl mit dem Original.

5. Wir durchbrechen Atmosphären

Mit Himmelsheeren,

Um auch die letzten

Seelen zu bekehren. [Die Firma]

Macht- und Ohnmachtfantasien in Rap-Texten 2 - Manuskript für eine Hörfunksendung  

6. Er hât gar einn unhüfschen muot,

der den wîben gewalt tuot. [Thomasin von Zerclaere]

Wie Männer und Frauen miteinander umgehen - Darstellungen im Höfischen Roman des hohen Mittelalters

7. Mein Freund, ein Forschungsreisender, der unter

ungeklärten Umständen gestorben war, hinterließ mir in seinem Testament eine Flinte. Ein Prachtexemplar. Umso merkwürdiger war: Den Tieren gefiel sie ebenfalls. Als ich sie zum ersten Mal auf die Jagd nahm, bemerkte ich sofort eine interessante Sache: Die wilden Tiere nähern sich uns geradezu vertraulich. Ob Wolf, Wildschwein oder Hirsch, alle wollten in der Schusslinie sein. Immer öfter kommt eins keuchend aus dem Wald gelaufen und stellt sich in einer Reihe auf. Manche drängeln sich sogar vor. Daraus entsteht ein Durcheinander und Chaos. Von überall her stürzen gewöhnlich scheue und misstrauische Tiere, die im Allgemeinen weder jemand nah an sich heranlassen noch von sich aus an jemanden herangehen. Aber offensichtlich überzeugt die schöne Flinte alle und mildert die Sitten. Ich sehe, dass ich mich nicht zu beeilen brauche ...

Schreiben Sie den Erzählanfang weiter.  

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1 Zu allen geeigneten Themen können auch Manuskripte mit Ton- oder Bildkassette (Video) eingereicht werden.

 2 Textsammlung in: Sascha Verlan (Hrsg), Rap-Texte, Stuttgart 2000 (RUB 15050)

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