16. Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur

 Baden-Württemberg 2006

 

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Literaturwissenschaftliches Seminar:

Wie schreiben junge Autorinnen und Autoren?

Dr. Roman Luckscheiter, Universität Heidelberg

Begegnung mit Medien

Film als Gesamtkunstwerk: Jochen Kuhn, Filmakademie Ludwigsburg

Filmkritik: Dr. Peter W. Jansen, Publizist ,Rundfunk- und Fernsehjournalist, Filmkritiker

 


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Der Tag begann mit einer Überraschung zum Geburtstag...
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Dr. Roman Luckscheiter, Universität Heidelberg bei seinem

Literaturwissenschaftlichen Seminar: Wie schreiben junge Autorinnen und Autoren?

 


 

 

Film als Gesamtkunstwerk: Das Nachmittagsseminar mit Jochen Kuhn und Peter W. Jansen

 

 

 

 

 


VIDEO
JOCHEN KUHN
FILMAKADEMIE LUDWIGSBURG
Über den Entstehungsprozess seiner Filme (Ausschnitte)

DSL-Qualität- 134 Kbit/s, 18 Min.)
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Jochen Kuhns „Lichteratur“

  

„Mit Talent und Witz räumt der in Hamburg geborene, aber in Ludwigsburg lehrende Jochen Kuhn seit einem Vierteljahrhudert wichtige internationale Preise ab. Seine Kurz- und Lamgfilme sind hintersinnige Gesamtkunstwerke aus Zeichnung, Musik, Text und viel Gespür für die Abgründe des alltäglichen Lebens“ (KunstFilmBiennale Köln 2005)

Jochen Kuhn ist ein Phänomen unter den Filmschaffenden. Unter den Malern. Unter den Schriftsellern. Unter den Musikern. - Wo gibt es so etwas sonst noch, dass ein Künstler eine solche Fülle schöpferischer Tätigkeiten in sich vereint und ausübt? Bei seinen Filmkunstwerken ist-Jochen Kuhn nämlich Maler, Dichter, Schauspieler, Sprecher, Musiker, Kameramann und Beleuchter, Regisseur und Produzent in einer Person. Das ist schon staunenswert.

„In seinen Filmen ist nichts, was nicht Jochen Kuhn ist. Die Bilder. Der Text. Die Musik. Auch die Stimme, die spricht. Man muss seine Stimme hören. Zum Beispiel, wenn sie „neulich“ sagt. Neulich. Gibt es ein Wort, das weniger emphatisch ist? Das weniger aussagt? „Neulich 1“. „Neulich 2“. (Sibylle Knauss, Die Erfindung des Beiläufigen. In: Jochen Kuhn. Filme Malerei, hrsg. v. Emi Bollweber, 2002, S. )

Sequenz aus Jochen Kuhns Film “Neulich 3“(2002):Der dritte Teil einer Reihe kurzer Film-Notizen zu Begebenheiten des täglichen Lebens', In: Jochen Kuhn. Filme Malerei, S. 32

Bereits seit den 1970er Jahren erfindet Jochen Kuhn gemalte und gezeichnete filmische Bildwelten und Szenen, die nah an unserem Alltag angelegt sind – vertraut, nachvollziehbar und humorvoll, aber fremd. In „Neulich 3“ z.B. wird der Autor unfreiwillig Zeuge einer zeitgenössischen Liebesaffäre. Texte und Musik sind für die Filme von großer Bedeutung, weshalb der Künstler von ihnen auch als „Lichteratur“ spricht. Durch das Ausradieren, neu Übermalen und Abfilmen der Einzelbilder sind seine Filme wie eine Dokumentation ihres eigenen Entstehungsprozesses.

Für sein Werk erhielt Kuhn zahlreiche Preise, darunter z.B. den Großen Preis der Internationalen Kurzfilmtage, Oberhausen, und den Deutschen Bundesfilmpreis (beide 1993), den Preis der Landeshaupstadt, Trickfilmfestival Stuttgart (2000), den 1. Publikumspreis, Kurzfilmwoche Regensburg für „Neulich 2“ (2001)

Bei Kuhns Malerei geht es nicht um das fertige Bild, das Bestand hat für alle Ewigkeit, sondern um das Gegenteil: den ständigen Wandel.

„Dieser Wandel selbst ist natürlich synonym mit Erzählung. Denn Erzählung ist ja – selbst wenn ich von A nach B, von heute auf morgen, aus der Geschichte in die Zukunft erzähle – ein ständiges Wandeln von Themen. Themen der Zweierbeziehung, der Liebe, der Ehe, des Neids, der Feindschaft, der Habsucht, des Elends, der apokalyptischen Drohung usw.“ (Bazon Brock, Kein Malen für die Ewigkeit, Interview. In: Jochen Kuhn. Filme Malerei, hrsg. v. Emi Bollweber, 2002, S. 23)

Sequenz aus „Neulich 3“, In: Jochen Kuhn. Filme Malerei, S. 33

Vom Betrachter erfordert Kuhns Kunstwerk die Bereitschaft, sich auf ganz und gar neue, otfmals irritierende Wahrnehmungen einzulassen, auf Bilder von suggestiver Kraft, die auch verstörend wirken können. Kuhns Kurzfilme bieten dem Zuschauer Raum, um „in seine eigenen Gehirnschleifen einzudringen und dort sich selbst beim Sehen, beim Verfertigen und Verfließen der Gedanken zuzusehen.“ (Simone Mahrenholz, Jochen Kuhn filmt mit den Augen eines Malers. In: Jochen Kuhn. Filme Malerei, hrsg. v. Emi Bollweber, 2002, S. 53)

Ulla Ewald-Spiller


Der Filmkritiker Peter W. Jansen

Peter W. Jansen zählt zu den führenden Köpfen der deutschen Filmpublizistik. Beeindruckend immer wieder aufs Neue ist seine unvergleichliche Art und Weise, die Essenz eines Films, das Besondere, was ihn auszeichnet, seinen Zuhörern und Lesern nahe zu bringen.

Jansen war beim Südwestrundfunk (SWR) über 30 Jahre als Redakteur und Autor tätig, zuletzt als Hauptabteilungsleiter Kultur/Hörfunk. Der gebürtige Rheinländer arbeitete als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen, dem WDR und der FAZ, ehe er 1966 zum SWF nach Baden-Baden wechselte. Hier war er maßgeblich am Aufbau der aktuellen Kulturberichterstattung im Hörfunk beteiligt.

 

Peter W. Jansen (links) und die Preisträger Daniel Nientiedt und Theda Schlageter beim Preisträgerseminar 2004 in Obermarchtal.

Als Filmkritiker machte er in der legendären Zeitschrift "Filmkritik" auf sich aufmerksam sowie als Mit-Herausgeber der "Reihe Film" im Hanser Verlag, die es zwischen 1974 und 1992 auf 45 Bände brachte. Durch seine publizistische Tätigkeit, als Mitglied des Kuratoriums junger deutscher Film und mehrfach in Jurys bedeutender Festivals hat er versucht, auch filmpolitisch Einfluss zu nehmen. Ihm kam es stets darauf an, Film gleichberechtigt im Kanon der Künste zu etablieren, und dem Publikum seine Begeisterung für das Medium zu vermitteln, sei es im Kulturmagazin Aspekte im ZDF, in den Filmtipps in SWF 3 oder in seinen längeren Dokumentationen in Radio und Fernsehen. Er gilt immer noch als der Doyen der Filmkritik inDeutschland.

1995 lief allmonatlich mit großem Erfolg die auf 100 Sendungen angelegte Feature-Reihe "Jansens Kino" in SWR2 vor Mitternacht.

Peter W. Jansen lebt in Gernsbach bei Baden-Baden.

Ulla Ewald-spiller


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